Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Alles, was nicht direkt mit rambus zu tun hat.

Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 10.08.2016, 22:05

@ all


"Wie lange gibt es das bestehende ´freie Internet´ noch?"

... lucky ...


bzw. Urlaubshinweise

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 75176.html
(Der Artikel ist hart.)



johannes
Zuletzt geändert von johannes am 19.08.2016, 19:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 10.08.2016, 22:22

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Chatbots im Einsatz : Wenn Roboter die Nachrichten ansagen

Chatbots spielen für die Medien eine immer größere Rolle. Im Dialog stellen die Programme fest, was der Nutzer wissen sollte. Ist das schon Manipulation?
31.07.2016, von Adrian Lobe


Wenn es nach Mark Zuckerberg geht, kommunizieren wir in Zukunft unentwegt mit Chatbots – Computerprogrammen, die mit uns in einen schriftlichen Dialog treten und über die wir Blumen oder Pizza bestellen können. Aber Zuckerberg hat noch anderes im Sinn. Auf einer Entwicklerkonferenz im Frühjahr präsentierte der Facebook-Chef eine eigene Plattform für Chatbots und präsentierte einen Bot für den Nachrichtensender CNN.

Eingebaut in dessen Messenger-Dienst, schickt er dem Nutzer personalisierte Nachrichten. Der kann sie lesen, mehr Informationen anfordern oder den Bot etwas fragen. Das Einzige, was er dafür tun muss, ist eine Nachricht senden. Je mehr der Nutzer schreibt, desto mehr lernt der Bot dazu und desto passgenauer werden die News. Nachrichten on demand, auf den Nutzer zugeschnitten.

Aus dem Modellversuch ist längst mehr geworden: Nach CNN und dem „Wall Street Journal“ hat nun auch „BuzzFeed“ einen automatisierten Chatbot für die Facebook-Messenger-App gestartet. Der Bot wurde wie auch bei der „Washington Post“, die seit ihrer Übernahme durch den Amazon-Gründer Jeff Bezos Dutzende Softwareingenieure eingestellt hat, im eigenen Haus entwickelt.

Was der Reporter kann, kann der Bot auch

Wenn der Nutzer in der App nach „BuzzFeed News“ sucht, öffnet sich ein Dialogfenster und der BuzzBot begrüßt ihn zum Beispiel mit: „Hi! Mein Name ist BuzzBot. Ich sammele Storys über den Parteitag der Republikaner in Cleveland. Verfolgen Sie den Parteitag?“ Der Nutzer hat drei Antwortmöglichkeiten: „Nein“, „Ja, ich bin in der Stadt“ und „Ja, von zu Hause aus“. Gibt der Nutzer an, dass er auf dem Parteitag ist, fragt der Bot: „Möchten Sie mir vielleicht Fotos oder Videos schicken von dem, was um Sie herum passiert?“ Der Nutzer kann darauf eingehen oder nicht. Aber der Sinn der Einrichtung wird klar: BuzzFeed setzt den Bot nicht primär ein, um den Leser zu informieren, sondern um umgekehrt Informationen vom Leser zu gewinnen, der als Bürgerjournalist akquiriert wird.

„Vor-Ort-Berichterstattung ist bekanntlich zeitaufwendig und eine unzuverlässige Form des Journalismus“, sagte der BuzzFeed-Chefredakteur Ben Smith dem Portal „Poynter“. Was, den zweiten Teil seiner Aussage betreffend, eine mehr als fragwürdige These ist, die auf die Glaubwürdigkeit des Journalismus zielt. Für Smith scheint zu gelten: Was der Reporter kann, kann der Bot auch. Von Nutzern kostenlos generierte Inhalte, denen man auch noch das Label Authentizität aufkleben kann, sind für Angebote wie „BuzzFeed“ äußerst attraktiv. Mit Hilfe von Bots wollen sie mehr von ihnen generieren.

Die Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen

Chatbots sind Weiterentwicklungen von Programmen, die standardisierte Texte produzieren. Solche „Roboterjournalisten“ kommen schon bei der Nachrichtenagentur Associated Press zum Einsatz, jetzt sollen sie auch Endkunden ansprechen. Der frühere Social-Media-Chef von Welt N24, Martin Hoffmann, hat eine auf Teenager zugeschnittene App namens Resi entwickelt, die Nachrichten in Form eines Whatsapp-Dialogs an Teenager schicken will. Das Artikelprinzip soll vom Chatbot aufgebrochen werden. Lesen war gestern, Chatten ist heute? Die Technik ist allerdings noch längst nicht ausgereift.

Der Medienexperte Joseph Lichterman vom Nieman Journalism Lab berichtet, wie er den Chatbot der „Washington Post“ nach Beiträgen über das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ fragte und der Bot ihm stattdessen Artikel über die Senatskandidatur des demokratischen Politikers Evan Bayh anzeigte. Offenbar funktionierte das Computerprogramm nicht richtig – was schwer vorstellbar ist, weil es nur auf einen simplen Suchbegriff reagieren musste. Der Informatiker und Journalismusdozent Nicholas Diakopoulos von der University of Maryland sagt: „Chatbots befinden sich noch in einer Frühphase“, ob sie sich auf dem Medienmarkt durchsetzen könnten, sei bislang offen.

Die Bequemlichkeit hat ihren Preis

Zu den Stärken der Bots gehöre, dass sie unermüdlich Datenströme filtern, um „News Alerts“ zu generieren. Sie könnten auch geobasierte, personalisierte Nachrichten verschicken. Aber dazu, komplexere Fragen zu beantworten, seien sie noch nicht in der Lage. „Das grundlegende Problem der Bots ist, dass sie total dysfunktional auf jede ,Off-Road-Situation‘ reagieren“, sagt Diakopoulos. Außerhalb der Grenzen ihres Designs scheitern sie. Eine weitere Herausforderung bestehe darin, dass Leser ein Browsermenü erwarten, in dem sie sich selbst einen Überblick über Nachrichten verschaffen können. Der Bot müsse erst lernen, diese thematische Bandbreite anzubieten.

Chatbots können zudem manipulieren. Bedenkt man, dass auf Facebook 11000 Chatbot-Anwendungen laufen und der Konzern intern darüber abstimmen ließ, welche Verantwortung er habe, Trump zu verhindern, könnte der Bot News mit Tendenz auswählen. Google sah sich bereits dem Vorwurf gegenüber, über die automatische Vervollständigung von Suchbegriffen Hillary Clinton einn Vorteil zu verschaffen. Die Frage ist auch: Wollen wir uns von Robotern Nachrichten aufsagen lassen? Der Chatbot mag ein kommoder Dialogpartner sein, der einem vermeintlich genau die Nachrichten anzeigt, die man braucht. Doch der Preis dieser Bequemlichkeit ist, dass Quellenlage, Nachrichtenauswahl und Informationsgenese immer intransparenter werden.

Quelle: F.A.Z.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 63427.html



Roboterjournalismus : Der Computer bestimmt, was auf die Titelseite kommt

Für Journalisten wird es langsam eng. Und für Chefredakteure auch. IBMs Superhirn Watson hat eine ganze Ausgabe des britischen Marketing-Magazins „The Drum“ gestaltet.
03.07.2016, von Adrian Lobe

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 17589.html



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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 10.08.2016, 22:36

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OKCupid Männer sollten gut aussehen oder zumindest Gruselfilme mögen

Erotisches Profiling: Der Gründer des Datingportals OKCupid zeigt, dass in den Daten seines Unternehmens einige Überraschungen stecken.
19.07.2016, von Andrea Diener


Zugegeben, der Titel klingt langweilig, der Untertitel auch, das Cover ist langweilig, und die Tatsache, dass ein Firmengründer die Datensätze seines Unternehmens auswertet, macht die Sache nicht aufregender. Bei dem Unternehmen handelt es sich allerdings um OKCupid, das amerikanische Datingportal, und bei dem Gründer um Christian Rudder, einen Mathematiker mit ziemlich ausgeprägtem Spieltrieb. Die Daten, über die er verfügt, sind den Profilen der Partnersuchenden entnommen: Lieblingsband, Lieblingsessen, Hautfarbe, Häufigkeit der Interaktion. Dazu kommt die Beantwortung zahlreicher Fragen über Vorlieben in Sachen Sexualität, Lebensstil, Politik und Gesellschaft.

„Who We Are When We Think No One’s Looking“ ist die Originalausgabe untertitelt, und das kommt der Sache schon deutlich näher. ...

Vor allem verfügt OKCupid über Datensätze von Paaren, die es geschafft haben, länger zusammenzubleiben ...

Netzwerkanalyse heißt dieser Forschungszweig, und vor allem Facebookdaten erweisen sich als äußerst dankbares Material.
...

Was unser Internetverhalten über uns sagt, kann allerdings auch ziemlich erschreckend sein. Aus dem Gebrauch des Like-Klicks auf Facebook kann man mit 95-prozentiger Sicherheit die Hautfarbe erschließen, mit rund 80-prozentiger Sicherheit die sexuelle Orientierung (bei Frauen ist das etwas schwieriger) und immer noch zu 65 Prozent, ob jemand Drogen konsumiert. Die Frage ist nun, resümiert Rudder am Ende seines lesenswerten und verständlichen Buchs, wie man diese Datenkonvolute nutzt. Wenn sie dem Erkenntnisgewinn über Partnerschaft und Psyche oder die Ausbreitung von Grippewellen dienen, sind sie nützlich. Für Firmen hingegen bedeuten sie in der Werbevermarktung bares Geld, für Regierungen Kontrolle. Denn was man aus ein paar unschuldig hingeschriebenen Zeilen ablesen kann, erstaunt den Laien.


Christian Rudder: „Inside Big Data“. Unsere Daten zeigen, wer wir wirklich sind. Aus dem Englischen von Kathleen Mallett. Carl Hanser Verlag, München 2016. ...

Quelle: F.A.Z.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/b ... 80095.html



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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 19.08.2016, 18:55

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17.08.16 / 09:16
Intel will in Datenbrille virtuelle Bilder mit Realität mischen


SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Der Chipkonzern Intel will mit einem neuen Konzept das Geschäft mit virtueller Realität aufmischen. Die Datenbrille "Project Alloy" erzeugt zum einen eine digitale Welt vor dem von der Außenwelt abgeschirmten Auge des Betrachters. Zugleich aber werden ins Bild Gegenstände oder Personen aus der realen Umgebung eingeblendet. So sieht der Träger der Brille digitale Ebenbilder seiner Hände und kann sie auch als Werkzeug oder als Spielekontroller benutzen.

Bei der Vorführung auf der Intel-Entwicklerkonferenz IDF in San Francisco am späten Dienstag ließen sich so zum Beispiel mit realen Händen virtuelle Türen öffnen. Konzernchef Brian Krzanich sprach von "merged reality", etwa: "verschmolzene Realität". Die Brille soll auch ohne Kabel auskommen, die heute Geräte mit eingebautem Display zum Beispiel von der Facebook-Firma Oculus oder dem Smartphone-Anbieter HTC brauchen.

Microsoft will bei seiner Brille Hololens ebenfalls reale und künstliche Elemente verbinden - der Software-Konzern verfolgt dabei aber eine ganz andere technische Lösung. Die Brille ist durchsichtig und im Gegensatz zum Intel-Konzept werden die virtuellen Elemente ins Blickfeld des Nutzers eingeblendet.

Intel ist auf der Suche nach neuem Geschäft, da der PC-Markt, von dem der Prozessoren-Spezialist immer noch sehr stark abhängt, seit Jahren schrumpft und wohl auch nicht mehr zur früheren Größe zurückkehren wird./pos/so/DP/stb

https://www.maxblue.de/maerkte-analysen ... 67&OFFSET=



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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 19.08.2016, 19:18

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Eine Meinung :



11. Juli 2016, 07:11 Uhr
Hossein Derakhshan
Facebook ist das neue Fernsehen - und macht uns zu Analphabeten

... Noch alarmierender ist eine andere Entwicklung: Nachdem Print-Journalismus an Bedeutung verloren hat, ist das Internet der letzte öffentliche Raum, in dem das Wort im Vordergrund steht - und ausgerechnet das Netz kapituliert gerade vor dem Format des Fernsehens. Das Verständnis des "Streams", wie es Facebook, Twitter & Co. pflegen, tötet das Netz und damit den Journalismus in Textform. Facebook ähnelt mittlerweile eher der Zukunft des Fernsehens als dem, wonach das Internet mehr als zwei Jahrzehnte aussah.

Forscher der Universität Oxford zeigten vor kurzem, dass der Konsum von Online-Videos in den USA und den meisten anderen Teilen der Erde steigt. Die Ausnahme ist Nordeuropa. Das liegt vielleicht daran, dass die Menschen dort ein gesünderes Verhältnis von Leben und Arbeit pflegen und ihr öffentliches Bildungssystem nach wie vor Lesen und kritisches Denken fördert.

Facebook hat angekündigt, dass Videos bald den Newsfeed dominieren werden, denn angeblich vermitteln sie mehr Inhalte in kürzerer Zeit. "Diese Entwicklung hilft uns, viel mehr Information zu verarbeiten" - so die Worte von Nicola Mendelsohn, einer Vizepräsidentin von Facebook.


Facebook und Instagram haben die Hyperlinks getötet

Das bestätigt meinen persönlichen Verdacht aus der Zeit, als ich 2014 aus einem iranischen Gefängnis kam. Ich fand ein völlig anderes Internet vor, in dem Texte in den Hintergrund treten, während Bilder immer wichtiger werden, ob als Fotos oder Bewegtbild. Als einer der Pioniere des Bloggens in Iran realisierte ich nach sechs Jahren der Isolation, dass Blogs, das beste Beispiel einer dezentralen öffentlichen Sphäre, tot waren. Facebook und Instagram hatten die Hyperlinks getötet.

Ziel der Netzwerke ist, ihre Gewinne zu maximieren, indem sie Nutzer in ihrem System halten und sie mehr und mehr Werbung aussetzen. So töteten sie das offene Netz, das auf Links gründete. Das Internet war eher ein Unterhaltungsinstrument geworden als ein alternativer Raum für öffentliche Debatten. Schlimmer noch: Ich realisierte auch ein seltsames Unbehagen unter Jugendlichen, sich in mehr als 140 Zeichen auszudrücken.

Selbstverständlich wird Text nie aussterben, aber die Fähigkeit, über das Alphabet zu kommunizieren, wird in vielen Gesellschaften langsam zum Privileg einer kleinen Elite. Das erinnert an das Mittelalter, als nur Mächtige und Mönche sich mit geschriebenen Worten verständigten. Die restlichen Menschen werden die Analphabeten des 21. Jahrhunderts sein, die hauptsächlich über Bilder und Videos kommunizieren - und natürlich über Emojis. ...


Hossein Derakhshan Derakhshan (@h0d3r) ist iranisch-kanadischer Autor, Journalist und Medienanalyst. Er ist Verfasser von "Das Internet, das wir bewahren müssen" und Erfinder von "Link-age", einem Kunstprojekt, das Hyperlinks und das offene Netz feiert.

http://www.sueddeutsche.de/digital/hoss ... -1.3068955



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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 19.08.2016, 19:28

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Programmieren als Pflichtfach : Auf dem Lehrplan der Siliziumtalschule

Müssen wir jetzt alle programmieren lernen? Die IT-Giganten lassen sich entsprechende Förderprogramme ganz schön was kosten. Doch ihre Ziele sind eher ideologischer als praktischer Natur.
17.08.2016, von Adrian Lobe


... Der japanische Elektronikkonzern Hitachi hat ein System künstlicher Intelligenz entwickelt, das menschlichen Mitarbeitern konkrete Arbeitsaufgaben zuweist und damit zum Chef wird: Ein Computer analysiert die menschlichen Arbeitsabläufe und erteilt auf dieser Grundlage neue Handlungsanweisungen. Die hegelianische Herr-Knecht-Dialektik hat sich damit umgekehrt. ...

Quelle: F.A.Z.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... ageIndex_3



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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 12.06.2017, 20:24

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10. Juni 2017, 19:18 Uhr

Bitcoin
Neues Geld für eine neue Welt

Die Technologie hinter Bitcoin eröffnet ungeheure Möglichkeiten: Ihre Nutzer könnten den Armen helfen, Facebook entmachten oder Morde in Auftrag geben.

(bzw.) Digitale Anarchie
... Netzwerke, die sich jeder Kontrolle entziehen, Facebook entmachten und den Welthandel verbessern. ...

Von Christoph Behrens


Weltweit griffen die Erpresser wohl mehr als 75 000 Rechner in rund 100 Ländern an. Sie sorgten für Ärger und Chaos, als sie im Mai ihre sogenannte Wanna-Cry-Attacke starteten. Daten auf den von ihnen befallenen Rechnern waren plötzlich verschlüsselt und für den Nutzer nicht mehr zugänglich. Nur gegen ein Lösegeld würden sie Computer wieder freischalten, erklärten die Kriminellen. Das erpresste Geld sollte aber nicht in einem Koffer übergeben oder auf ein Konto in einem fernen Inselparadies überwiesen werden. Die Täter forderten die Zahlung in Bitcoins.

Die virtuelle Währung hat einen gewaltigen Aufschwung erlebt, seit ein namentlich unbekannter Programmierer im Jahr 2008 sie auf dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise erfand. Allein in den letzten zwölf Monaten hat sich der Wert eines Bitcoins auf derzeit etwa 2500 Euro verfünffacht und steht auf einem Allzeit-Rekordhoch. Der größte Vorteil der Bitcoins liegt aus Sicht der Befürworter darin, dass Nutzer ihr digitales Geld in einer dezentralen Datenbank ablegen können, die sich dem Einfluss von Regierungen oder Banken entzieht.

Bitcoin funktioniert als Währung ohne Zentralbank oder staatliche Einflussnahme. Kein Politiker kann den Geldhahn aufdrehen und für eine digitale Inflation sorgen. Es gibt keine zentrale Schaltstelle des digitalen Geldes: Den Geldfluss überwachen die Nutzer völlig autark.

Man kann sich das Netzwerk ein wenig vorstellen wie ein öffentliches Telefonbuch, in dem die Nummern aller Einwohner einer Stadt verzeichnet sind. Im eigenen Exemplar könnte jeder Besitzer eines Telefonbuchs zwar Nummern streichen oder Ziffern verändern, doch wäre diese Manipulation idiotisch, da die richtige Nummer weiterhin in sämtlichen anderen Büchern steht.

Im Bitcoin-System werden statt Telefonnummern Geldbeträge in einem solchen öffentlichen Buch notiert. Nur dass dieses Buch nicht in Telefonzellen ausliegt, sondern über das Internet verteilt ist. Jeder Nutzer der Bitcoin-Software hat eine Kopie dieses Buchs auf seinem Computer. Jeden Betrugsversuch könnten andere also sofort sehen, da die einzelnen Kopien des Buchs sich plötzlich voneinander unterscheiden würden. Anders als oft behauptet ist Bitcoin also keine anonyme Währung, im Gegenteil: Jede einzelne Überweisung, jede dabei übertragene Information ist transparent. Sie steht in allen virtuellen Bitcoin-Verzeichnissen. Nur welche Person sich hinter einem Konto verbirgt, ist in der Regel unbekannt.

Die Polizei verhaftete vier Betreiber einer Serverfarm wegen Diebstahls von Elektrizität

Nicht alle Regierungen sind von dem Getöse um die Bitcoins begeistert. So ist zum Beispiel in Venezuela die Zahl der Bitcoin-Nutzer in dem Maße inflationär gestiegen, wie der heimische Bolivar infolge der Staatskrise an Wert verlor. Venezolanische Medien berichten, dass Behörden gezielt Jagd auf Bitcoin-Nutzer machen, die mithilfe der virtuellen Währung dringend benötigte Lebensmittel oder Medikamente aus dem Ausland beschaffen. In der Nähe von Caracas verhafteten Polizisten vier Betreiber einer Bitcoin-Server-Farm, wegen "Diebstahls von Elektrizität".

All das könnte nur der Anfang sein. Allmählich wird klar, dass sich mit der grundlegenden Idee - einem öffentlichen, transparenten Datenregister - noch ganz andere Dinge speichern lassen als Geld, so wie in einem öffentlichen Telefonbuch auch andere Texte als nur Telefonnummern stehen können. Das Datenregister heißt bei Bitcoin "Blockchain" - man kann sich das vorstellen wie sehr viele aneinandergereihte Container, die Informationen enthalten. Die Container liegen in einer zeitlichen Abfolge hintereinander; an frühe Transaktionen von virtuellem Geld werden spätere gekoppelt, also alte an neue Container. Das System gilt als so gut wie fälschungssicher, da all diese Datenbehälter miteinander verkettet sind. Will man die Information in einem alten Container ändern, müsste man gleichzeitig auch alle neueren Container öffnen und manipulieren.

Der peruanische Ökonom Hernando de Soto schlägt daher vor, die fälschungssicheren Blockchains für mehr als nur Geld zu verwenden. Auch Information über Besitz von Land und Immobilien könnte in digitalen Netzwerken festgehalten werden, in einem digitalen Katasteramt. De Sotos Argument: In vielen Staaten kontrollieren korrupte Beamte solche Verzeichnisse und können mit einem Federstrich Menschen enteignen und von ihrem Land vertreiben. Viele Einwohner von Entwicklungsländern haben überhaupt keine schriftlichen Beweise dafür, dass das Haus, in dem sie wohnen, tatsächlich ihnen gehört. De Soto schätzt den Wert dieses "toten Kapitals" auf 20 Billionen Dollar weltweit. Ein unbestechliches Grundbuch, das verteilt auf Tausenden Rechnern liegt, könnte diesen Menschen mit einem Schlag zu ihrem Recht verhelfen.

Verträge, die sich nicht mehr stoppen lassen

Häufig geht es in der Diskussion um Blockchains um Macht - und deren Umverteilung. "Wenn man Informationen allen zugänglich macht, erreicht man eine Umverteilung von Macht", sagt Mihai Alisie. Der Rumäne hat sich mit seinem Softwareprojekt Akasha einem besonders waghalsigen Machtkampf verschrieben. Er hat sich Facebook als Gegner ausgesucht. Facebook manipuliere die freie Meinungsäußerung, sagt Alisie, Nutzer bekämen nur das zu sehen, was die Werbeumsätze steigere. Jeden Tastendruck auf der Seite überwachten Algorithmen, um den Gefühlszustand der Nutzer zu beobachten und anzupassen. "Manipulation von der schlimmsten Sorte", ärgert sich Alisie.

Daher möchte er ein neues soziales Netzwerk aufbauen, nach dem Vorbild von Bitcoin - so antizentral aufgebaut, dass kein einzelner Konzern mehr die Daten von Nutzern abgreifen kann. Alisies Start-up hat bereits einen Prototypen dieses sozialen Netzwerks entwickelt, Er heißt Akasha (https://akasha.world) und funktioniert ohne Server. Der Programmcode des sozialen Netzwerks ist vollständig auf einer Blockchain - den verknüpften Informationscontainern - gespeichert, für alle sichtbar, nicht etwa geheim wie bei Facebook. Ihre persönlichen Daten sollen die Nutzer dagegen in ihrer eigenen Hand behalten. "Wir holen uns die Kontrolle über das Internet auf individueller Ebene zurück", sagt Alisie.


All das erinnert an die wilde Urzeit des Internets, als man hoffte, die Technik werde den Weg zu einer gerechteren Gesellschaft ebnen. Akasha verkörpert den derzeit radikalsten Ansatz, was sich mit einer Blockchain machen lässt: Nicht nur ein Geldwert wird dezentral gespeichert, sondern ein ganzes Computerprogramm.

Allerdings kann dann nicht nur kein böswilliger Staat mehr in den Ablauf eines solchen Programms eingreifen - sondern überhaupt niemand. Erste Programme dieser Art funktionieren bereits, sogenannte "Smarte Verträge", die sich nicht mehr stoppen lassen, sobald sie einmal online sind.

Glücksspiel ohne Bank und ohne Staat

Ein Beispiel ist die Website Rouleth, im Untertitel verspricht sie "die Glücksspielrevolution". Ein grüner Roulettetisch erscheint auf dem Bildschirm, man setzt Digitalgeld auf einzelne Zahlen, ungerade oder gerade, rot oder schwarz. Bei diesem Roulette gibt es keine Bank, und auch der Staat sieht keine Steuern von der Zockerei. Welche Zahl fällt, berechnen Tausende Rechner gleichzeitig, die jeweils einen kleinen Teil ihrer Rechenpower beisteuern. Der Gewinn wird anschließend unter den Zockern streng nach Formel in digitaler Münze verteilt.

So braucht es keinen Betreiber oder Hintermann für das Glücksspiel. Es funktioniert einfach ewig weiter, solange sich Mitspieler finden. Staatliche Stellen haben kaum eine Handhabe gegen derartige smarte Verträge - da sie nicht an einer Stelle gespeichert sind, können sie auch nicht gelöscht werden. Bereits jetzt ist es für Staaten wie Deutschland sehr schwierig, das Glücksspielgeschäft im Internet zu regulieren - mit smarten Verträgen könnte es technisch unmöglich werden.

Einer der Vordenker von solchen Programmen ist der 23-jährige kanadisch-russische Programmierer Vitalik Buterin. Das soziale Netz Akasha und das Glücksspiel Rouleth, ebenso wie einige Hundert weitere Projekte laufen mithilfe der von ihm erfundenen Software Ethereum. Wie Bitcoin basiert Ethereum auf einer dezentralen Blockchain als Datenspeicher, birgt aber für Programmierer viel mehr Spielraum. Wenn Bitcoin ein Taschenrechner ist, dann ist Ethereum das neueste iPhone. Und nebenher dient Ethereum ähnlich wie Bitcoin auch als Digitalwährung, nur dass die Münzen hier "Ether" heißen. Das Projekt gibt es seit etwa zwei Jahren, alle Ether zusammen sind rund 23 Milliarden US-Dollar wert. In diesem Jahr stieg der Kurs eines Ether um rund 2500 Prozent - ein noch steilerer Anstieg als der von Bitcoin.

Die Ethereum-Szene ist verteilt über den ganzen Globus, trifft sich aber oft zum Austausch, wie kürzlich in Paris. Vitalik Buterin, kurzer Bürstenhaarschnitt, trägt einen schwarzen Pullover mit einem bunten Einhorn darauf, eine grüne Umhängetasche mit Katzenmotiv und weiße Plüsch-hausschuhe, in denen er von Meeting zu Meeting eilt. Bislang programmierte er im Hauptsitz der von ihm gegründeten Ethereum-Stiftung in der schweizerischen Stadt Zug. Seit Kurzem lebt er in Singapur, in Asien spielt die digitale Zukunft.

Banken wollen mit der Blockchain MIlliarden sparen

Buterin verzieht keine Miene, als er die komplexesten Gedankenketten stringent, fehlerfrei und druckreif aufbaut wie Programmzeilen. Glücksspiel? Wie langweilig. Mittlerweile gebe es doch ganz andere Anwendungen seiner Technik. Kürzlich gaben 30 Firmen wie Microsoft und die Bank JP Morgan Chase bekannt, Ethereum für den Aufbau einer eigenen "Business-Blockchain" zu nutzen, über die sie Geschäfte abwickeln wollen. Laut der Marktforschungsfirma Accenture könnte die Dezentralisierung allein den zehn größten Banken zehn Milliarden US-Dollar pro Jahr einsparen. "Zentralisierte Systeme sind in den letzten Jahren ziemlich oft gehackt worden", sagt Buterin. "Das hat zu sehr vielen Datenlecks geführt." Wenn man solch ein zentrales Einfallstor entferne, mache man die Anwendungen am Ende sicherer, ist Buterin überzeugt.

Zu was so ein dezentrales Computerprogramm noch gut sein könnte, führt Risto Karjalainen von der finnischen Datenanalyse-Firma Streamr Oy auf dem Kongress in Paris vor. Der Programmierer zapft das Verkehrssystem Helsinkis an - die Stadt veröffentlicht live, wo sich welche Straßenbahn befindet. Mit diesen Daten baut Karjalainen einen smarten Vertrag, also wieder ein autonomes Computerprogramm. Am Bildschirm verbindet er die Bewegungsdaten der Bahnen mit einer Auszahlung über die Blockchain. Jedes Mal, wenn die Bahnen hundert Meter zurückgelegt haben, soll der Straßenbahnbetreiber von der Stadt einen kleinen Geldbetrag über die Blockchain erhalten. In fünf Minuten hat Karjalainen das Programm zum Laufen gebracht, es verteilt im Minutentakt Geld anhand der gefahrenen Strecke. Die metergenaue Überwachung soll dazu dienen, dass der Anbieter seine Leistungen exakt abrechnet und nicht zu viel kassiert.

Kriminelle Programme könnten Belohnungen für Morde aussetzen

Doch könnten die Datenströme auch dunklen Zwecken dienen. In einer Studie warnt der Informatiker Ari Juels von der Cornell University vor dem Aufkommen von kriminellen smarten Verträgen, die also nicht für eine gefahrene Bahnstrecke, sondern für eine kriminelle Handlung virtuelles Geld überweisen. So ein kriminelles Programm könnte beispielsweise eine Belohnung für die Ermordung eines Politikers aussetzen. Ein Design würde in etwa so aussehen: Der Programmierer füttert sein Werk zunächst mit Digitalgeld und legt die Bedingung für die Auszahlung fest - zum Beispiel, dass der Auftragsmord vor einem bestimmten Datum erfolgen soll. Anschließend wartet er. Führt ein Killer den Auftrag tatsächlich aus, könnte er anschließend das Programm wie eine Internetadresse aufrufen und seine Belohnung geltend machen.

Dabei kommen weder der Auftraggeber noch der Mörder direkt miteinander in Kontakt, das Programm übernimmt die Abwicklung des Verbrechens. Da der verbrecherische Code nirgends zentral gespeichert ist, sondern dezentral auf der Blockchain liegt, lässt er sich nicht stoppen.

Vitalik Buterin glaubt nicht, dass sich kriminelle smarte Verträge vorab verhindern lassen - etwa so wie Apple eine App prüft, bevor Nutzer sie auf das iPhone laden können. "Wenn man anfängt, sich mit solchen Sachen zu beschäftigen, wird es sehr kontrovers", sagt Buterin. "Denn dann bräuchte man eine Art aktive Regierungsstelle, die entscheidet, was legitim ist und was nicht." Doch das Fehlen einer Zentralgewalt ist das Markenzeichen, das Versprechen von Bitcoin sowie Ethereum.

Die Suche nach der absoluten Freiheit

Buterin hält eine technische Lösung für besser. Kriminelle Programme benötigten stets eine Verbindung zur realen Welt, sagt Buterin. Zum Beispiel bräuchte ein Kopfgeld-Programm seriöse Nachrichtenquelle wie eine große Zeitung, um festzustellen, ob das Verbrechen tatsächlich stattgefunden hat. Buterin glaubt, im Ernstfall könnte man diese Verbindung zur Außenwelt hacken und so Kriminelle stoppen. Das allerdings würde bedeuten, dass es einer Gruppe Nerds obliegt, über Recht und Unrecht zu entscheiden, und nicht mehr Polizisten, Anwälten und Richtern.

Erste Probleme zeichnen sich bereits ab. Kürzlich wurde anonym die Entwicklung eines smarten Vertrags angekündigt, der wie ein Marktplatz funktionieren soll. Im Prinzip ein klassischer Online-Shop, außer dass der Programmcode des Shops auf der Blockchain gespeichert und damit unaufhaltsam gemacht wird. Das Projekt heißt Daemon und ist als technische Weiterentwicklung von Plattformen wie Silk Road gedacht, auf denen zum Beispiel Drogen und Waffen umgeschlagen werden. Bisherige Marktplätze kämpfen damit, dass ein Betreiber den Laden am Laufen halten muss. Fliegt er auf, geht auch sein Marktplatz unter, so geschehen im Fall von Silk Road. Doch in Form eines smarten Vertrages ließe sich die Marktplatz-Software auf der Blockchain speichern und unangreifbar machen. Mittlerweile arbeiten wohl mehrere Gruppen an solchen "dunklen Märkten".

Am Ende der anonymen Daemon-Website stand zeitweise ein Zitat von Albert Camus: "Der einzige Weg, mit einer unfreien Welt umzugehen, ist es, so absolut frei zu werden, dass deine ganze Existenz zum Akt der Rebellion wird."



14,49 TWh Strom
verbraucht das Bitcoin-Netzwerk im Jahr, mehr als der Stromverbrauch von Slowenien (13,87 Terawattstunden). Die Elektrizität ist für Überweisungen und das Errechnen neuer Bitcoin nötig. Der Strom für eine einzelne Bitcoin-Transaktion könnte einen typischen US-Haushalt vier Tage lang versorgen. Wegen des hohen Energiebedarfs sitzen Nutzer häufig in Ländern wie China oder Island, wo Strom billig ist.

http://www.sueddeutsche.de/digital/bitc ... -1.3539556



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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 02.11.2017, 22:06

@ all

Während ich auf die Zahlen von Apple warte ...



Datensätze
ePrivacy : Profitieren am Ende wieder nur Google und Co.?

Von Michael Hanfeld
-Aktualisiert am 27.10.2017-14:26


Wer im Internet surft, hinterlässt Daten. Was damit passiert, wissen wenige.


Was am Mittwoch auf den Medientagen in München noch mit banger Erwartung befürchtet wurde, geriet tags darauf im Europäischen Parlament zur Gewissheit: Mit 318 zu 280 Stimmen (bei zwanzig Enthaltungen) haben die Abgeordneten den Entwurf beschlossen, der als Vorlage für den sogenannten Trilog mit der EU-Kommission und den Mitgliedsländern der EU über eine Reform der „ePrivacy“ dienen soll.


Mit ePrivacy ist gemeint, dass Internetnutzer sich gegen die Verarbeitung ihrer Kommunikationsdaten wehren können. Diese sind bekanntlich der Rohstoff der digitalen Wirtschaft, sie sind die Währung, die seit dem Siegeszug von Google, Facebook, Amazon und anderen Online-Giganten gilt. Allerdings wird sie bislang ausgezahlt, ohne dass die Nutzer es bemerken. Die Spuren ihres Verhaltens im Netz werden nachverfolgt und - zu Werbezwecken - aufgezeichnet. Man wird im Netz zwar nicht namentlich markiert, aber dank der Verbindungsdaten und Analysen dessen, was man aufruft, ist jeder Einzelne zumindest als Kunde klar zu erkennen.

Nach den Vorstellungen des EU-Parlaments soll derlei Datenverarbeitung künftig nicht mehr ohne Einwilligung des Nutzers möglich sein, auch nicht bei Facebook oder Whatsapp. Man soll durch die Einstellung seines Browsers das Signal geben können, von nichts und niemandem im Netz verfolgt zu werden, die Grundeinstellungen sollen schon in den vorinstallierten Betriebssystemen auf ein Verfolge-mich-nicht lauten, damit Nutzer sich nicht erst durch die Software kämpfen und dutzendfach „Nein“ anklicken müssen, um vor Beobachtung sicher zu sein. Für ein Recht auf Verschlüsselung will das EU-Parlament auch eintreten und dafür, dass Kommunikations- und Online-Konzerne es genau ausweisen, wenn der Staat von ihnen Daten fordert.

Das klingt aus Nutzersicht paradiesisch, hat aber einen Haken, auf den in München nicht nur der Burda-Vorstand Philipp Welte mit besonderer Vehemenz hinwies: Käme diese ePrivacy, wäre es mit einem Großteil der digitalen Wirtschaft in Europa vorbei. Darin sind sich alle einig - Sender, Verlage, Werber, Werbetreibende. Und zeigen zugleich auf, wem das, was sich Datenschützer zugute halten, am Ende allein nutzt: Google, Facebook & Co. hätten dann die Daten der Nutzer für sich allein (nachdem die Nutzer ihr Okay gegeben haben, weil sie sonst an die Dienste nicht herankommen), alle anderen gehen leer aus und alsbald bankrott.


Um das wenigstens ein Stück weit zu verhindern, haben Pro Sieben Sat.1, RTL, United Internet und Zalando im Sommer eine Datenallianz gegründet, der gegenüber Nutzer erklären können, welcher Weitergabe von Daten sie zustimmen. Ganz ohne Daten geht im Internet nichts, das weiß inzwischen jeder. Welcher Wirtschaftsfaktor damit verbunden ist, macht eine vom Privatsenderverband VPRT in Auftrag gegebene Studie deutlich, die den audiovisuellen Medien eine Bruttowertschöpfung von rund 67 Milliarden Euro pro Jahr und die Sicherung von rund 830.000 Arbeitsplätzen zuweist - die in Gefahr seien, wenn die ePrivacy so kommt, wie das EU-Parlament es will. Die Stimme der künftigen Bundesregierung wird in dem anstehenden Trilog gefragt sein.

Quelle: F.A.Z.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/d ... 66269.html


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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon Ville » 03.11.2017, 20:05

Danke für die interessanten Beiträge, johannes. Meine Abneigung gegen Bitcoin wurde dadurch weiter verfestigt. Ich hoffe diese Blase platzt bald in sich zusammen und die Kryptowährungen verschwinden. Oder sie werden verboten.
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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 23.12.2017, 21:59

@ Ville


9. Dezember 2017, 10:43 Uhr
Cryptowährung Bitcoin
Der Smog des Internets

Kommentar von Christoph Behrens

Im typischen amerikanischen Haushalt darf es gern eine Nummer größer sein: Big-Size-Kühlschränke, Fernseher und Klimaanlagen machen den Pro-Kopf-Stromverbrauch in den USA zu einem der höchsten weltweit. Gegen die Digitalwährung Bitcoin wirken die Amerikaner aber wie jutebeuteltragende Ökospießer. Eine einzige Bitcoin-Überweisung braucht heute mit 250 Kilowattstunden so viel Strom wie ein Amerikaner in einer Woche. Insgesamt verschlingt das Bitcoin-Netzwerk schon so viel Elektrizität wie ein kleiner Staat.

Vereinfacht gesagt hat das damit zu tun, dass die Erfinder des Geldes Misstrauen gegen alle Banken hegen. Jede Bitcoin-Überweisung wird daher von Tausenden Computern gleichzeitig überprüft und mit Verschlüsselungsalgorithmen abgesichert, was nicht sehr effizient ist. Ökologisch betrachtet ist Bitcoin momentan wie ein schwarzes Loch, das Energie aufsaugt: Je größer der Hype und damit der Wert eines Bitcoin, desto mehr Rechenleistung zieht das Netzwerk an. ...

http://www.sueddeutsche.de/wissen/bitco ... -1.3783651


So ganz ohne Risiko dürfte ein Totalcrash der Kryptowährungen für die Halbleiterindustrie auch nicht sein - zumindest
kurzfristig.
(Nutznießer der bisheringen Entwicklung mit den Kryptowährungen sind auch Kunden von Rambus - z.B. Nvidia .)

Mir macht etwas anderes mehr Sorgen als das Auf und Ab von Bitcoin & Co. - man beteiligt sich an den "Schaufelverkäufern"
und läßt diejenigen, die ein bischen spielen wollen ihre Neigung ausleben. (Wenn Du Bedarf an entsprechenden Unter -
nehmen haben solltest, gib mir Bescheid.)
Das eigentliche Problem wird etwas anderes, sofern es sich durchsetzt, für uns als Bürger werden. (siehe unten)




Geld : Schweden denkt über neue digitale Währung nach

Von Christian Siedenbiedel
-Aktualisiert am 17.11.2016-19:14


Schweden erwägt offenbar, eine eigene digitale Währung namens Ekrona einzuführen. Seit längerem gibt es Berichte, in europäischen Notenbanken werde über eine Art Staatsbitcoin nachgedacht, also offizielles Geld, das nicht nur auf elektronischem Wege seinen Besitzer wechselt, sondern nur digital existiert. Cecilia Skingsley, Vizechefin der schwedischen Reichsbank, sagte in einem Gespräch mit der „Financial Times“, die Zentralbank überlege, diesen Schritt zu gehen, nachdem es einen dramatischen Einbruch in der Verwendung von Bargeld gegeben habe. Die Zahl der Scheine und Münzen, die in Schweden im Umlauf seien, habe seit 2009 um 40 Prozent abgenommen – eine Folge des Erfolgs von Online-Handel und Kartenzahlung.

Das habe die älteste Zentralbank der Welt – sie soll die erste gewesen sein, die um 1660 Papiergeld ausgab – zum Nachdenken über neue Wege gebracht. Man könne nicht einfach am Spielfeldrand stehen und beobachten, was die Privaten machten. Die Notenbank werde sich jetzt zunächst damit beschäftigen, wie eine von einer Zentralbank ausgegebene Digitalwährung aussehen könnte und was alles beachtet werden muss. Man hoffe, innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Entscheidung über die Einführung zu treffen.

Obwohl Zentralbanken auch heute schon elektronisches Geld schaffen, zu dem Banken Zugang haben, wäre das eine Sensation. Schweden wäre das erste Land der Welt, in dem Verbraucher direkt Zugang zu rein digitalem Geld bekämen, das von einer Notenbank geschaffen wird. Ob das neue Geld so ähnlich konstruiert wäre wie Bitcoin, ließ Skingsley offen.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/dev ... 32611.html



Wenn Du Interesse an Hintergrundinformationen hast, habe ich noch einiges für Dich (und natürlich alle anderen
Forummitglieder).
Vielleicht ist es vorteilhaft sie sich erst nach Weihnachten durchzulesen ("Stimmungsversauer" aber z.T. hochinteressant, besonders der Artikel von Hans-Werner Sinn).
Ein Nachschlag von Infos und Sichtweisen die im Medienhype untergegangen sind oder totgeschwiegen wurden,
erfolgt wenn ich die Zeit dafür habe.



Viele Grüße !

johannes
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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 23.12.2017, 22:57

@ all

Datenschützer gründet NGO : Privatsphäre als Realität

Von Allegra Pirker
-Aktualisiert am 02.12.2017-13:37


Der Facebook-Kritiker Max Schrems gründet eine Datenschutz-NGO. Mit „Noyb“ will er auf der Grundlage der neuen Datenschutzgrundverordnung in der EU den Konzernen zu Leibe rücken. Per Sammelklage. ...

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 18506.html



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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 04.03.2018, 19:15

@ all

Ville hat geschrieben:... Meine Abneigung gegen Bitcoin wurde dadurch weiter verfestigt. Ich hoffe diese Blase platzt bald in sich zusammen und die Kryptowährungen verschwinden. Oder sie werden verboten.



Ich variiere : Oder sollten sie verboten werden ?


Venezuela am Abgrund : Kryptonit gegen Superman von Carl Moses , Buenos Aires
- aktualisiert am 25.02.2018-10:16

Die Währungsidee Petro ist umstritten. Die einen feiern sie als „Anfang vom Ende des Dollars“. Andere sehen sie eher als letzten Strohhalm des venezolanischen Regimes und seiner Günstlinge.


... Während Maduro davon phantasierte, Venezuelas Universitäten und Schulen zu Farmen für das extrem energieintensive Mining von Petro und anderen Kryptowährungen zu machen, fiel im halben Land mal wieder der Strom aus. So wie Benzin ist der subventionierte Strom im sozialistischen Venezuela absurd billig, aber chronisch knapp. ...

... Venezuelas Petro-Strategen setzen darauf, mit dem Kryptoinstrument anonyme Finanztransaktionen zu ermöglichen, die von keiner amerikanischen Kontrolle erfasst würden. In venezolanischen Finanzkreisen werden einige Kandidaten genannt, die für solche Geschäfte in Frage kommen könnten. Allen voran die Angehörigen der „Boli-Bourgeoisie“, also die Mitglieder und Günstlinge der sozialistischen Regierung, die durch Geschäfte im Windschatten der bolivarischen Revolution reich geworden sind. Etwa jene, die Zugang zu Devisen für 10 Bolívar je Dollar hatten, als am Schwarzmarkt ein Vielfaches, am Ende gar das Zigtausendfache dieses Wertes zu zahlen war. Dutzende Mitglieder des Regimes und deren Günstlinge stehen auf der schwarzen Liste der amerikanischen Regierung und suchen nach Möglichkeiten, ihre Vermögen zu bewegen. Eine vom Regime selbst kreierte Kryptowährung könnte ihnen helfen. „Der Petro bekräftigt unsere wirtschaftliche Souveränität“, heißt das in der Lesart Maduros.

Als ausländischer Interessent wird Russland genannt. Nicht nur, weil die Russen selbst an einer staatlichen Kryptowährung basteln und deshalb das venezolanische Experiment aufmerksam verfolgen. Russland hat dem Regime in Caracas schon mehrfach finanziell unter die Arme gegriffen und zeigt großes Interesse, sich den Zugriff auf die größten Erdölvorkommen der Welt zu sichern. Anders als gewöhnliche Anleger hätten die Russen möglicherweise einen ausreichenden Hebel, Ansprüche auf das mit dem Petro als Sicherheit verbundene Ölfeld auch tatsächlich durchzusetzen.

Für den Ölexperten Francisco Monaldi ist die Deckung des Petros durch Ölreserven ohnehin „reine Fiktion“. Das Öl sei noch im Boden, es gebe nicht mal ein Projekt, geschweige denn Kapital, um es zu fördern. Zudem sei das Orinoco-Öl von schlechter Qualität, der Wert von der Regierung viel zu hoch angesetzt. Nach der geltenden Verfassung sei der Deal im Übrigen unzulässig, erklärt Monaldi. Der Petro sei „wahrscheinlich bloß eine neue Form, dunkle Geschäfte zu machen, von denen einige wenige profitieren, auf Kosten aller Venezolaner“.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/kry ... ageIndex_0


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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 04.03.2018, 21:21

@ all

"Smart City“ : Hier baut Google die intelligente Stadt von Roland Lindner
aktualisiert am 20.10.2017-22:07


Viele Roboter, wenige Autos und Müll und Pakete werden unterirdisch transportiert: Der Technologiekonzern Alphabet hat sich eine Metropole für sein nächstes großes Projekt ausgesucht.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/k ... 52637.html


Den Artikel " Werden wir in Computern wohnen ? " von Niklas Maak ("Bill Gates baut in der Wüste von Arizona
eine riesige ´Smart City´, Google eine in Kanada : Übernehmen die Tech-Konzerne jetzt auch noch den Städtebau ? ")
aus der FAZ vom 18.11.2017 konnte ich leider im Netz nicht mehr finden.



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Re: Kann ich Kollaborateure bestrafen ?

Beitragvon johannes » 13.03.2018, 21:25

@ all

Digitales Zentralbankgeld: BIZ weiter zurückhaltend
12.03.18 / 21:13 dpa-AFX

BASEL (dpa-AFX) - Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gibt sich in der Frage, ob Notenbanken das Konzept von Kryptowährungen wie Bitcoin nutzen sollten, weiter zurückhaltend. "Die Zentralbanken müssen die Auswirkungen der Ausgabe von digitalen Währungen auf die Finanzstabilität und die Geldpolitik sorgfältig abwägen", teilte die BIZ am Montag in Basel mit. Die Blockchain-Technik, die vielen Kryptowährungen zugrunde liegt, könne jedoch Vorteile in der Zahlungsabwicklung und im Wertpapiergeschäft mit sich bringen.

Die Fragestellung, ob Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) digitale Währungen ausgeben sollten, ist nicht neu. Sie wird seit einiger Zeit diskutiert und auch von ranghohen Notenbankern angesprochen. Die BIZ - bekannt als "Bank der Zentralbanken" und als eine Art Denkfabrik - hatte sich schon einmal vor einigen Monaten mit der Frage beschäftigt. Sie war damals zu ähnlichen Ergebnissen wie jetzt gekommen. Die aktuellen Resultate entspringen einer Untersuchung zweier BIZ-Komitees.

Die Analyse der BIZ beschäftigt sich einerseits mit der Möglichkeit, Krypto-Zentralbankgeld nur an Profis wie Geschäftsbanken auszugeben. Andererseits wird geprüft, wie sinnvoll eine Ausgabe an die breite Öffentlichkeit wäre. "Digitale Währungen von Zentralbanken könnten dazu beitragen, Wertpapier- und Devisengeschäfte in Zukunft effizienter zu gestalten", sagte EZB-Direktor Benoit Coeure in seiner Eigenschaft als Vorsitzender einer der beiden BIZ-Ausschüsse. Er schränkte jedoch ein, dass die Vorteile einer solchen Nutzung noch intensiver erforscht und getestet werden müssten.

Coeure wies zugleich auf Gefahren hin, die Krypto-Zentralbankgeld mit sich bringen könne. Zwar könnten die Art und Weise, wie Geld zur Verfügung gestellt werde, und die Rolle der Zentralbanken im Finanzsystem revolutioniert werden. "Aber das ist Neuland und mit potenziellen Risiken verbunden." Er wies etwa auf Probleme für die Finanzstabilität hin, falls digitales Zentralbankgeld direkt an die breite Öffentlichkeit ausgegeben werde. In diesem Fall seien beispielsweise "Bank Runs" im Fall krisenhafter Entwicklungen sehr schnell und umfangreich möglich.

Die BIZ wirft in ihrer Untersuchung auch rechtliche Fragen auf und weist nicht zuletzt auf Sicherheitsbedenken hin. So sei "Cybersicherheit" eine der größten Herausforderungen auch für Notenbanken. Dies gelte erst recht für eine Einführung von Krypto-Zentralbankgeld. In diesem Fall müsse die Notenbank auch sicherstellen, dass Vorschriften gegen Geldwäsche und gegen Terrorismus eingehalten würden.

Jacqueline Loh, die Vorsitzende des BIZ-Marktausschusses, sprach die Bedeutung von Kryptowährungen für die Geldpolitik der Zentralbanken an. So könnten Digitalwährungen den Zentralbanken ein neues geldpolitisches Instrument zur Verfügung stellen, das die Übertragung der Leitzinsen auf die Realwirtschaft verbessern könnte. Allerdings könnten bestehende Instrumente bereits ähnliche Ziele erreichen.

Ein Aspekt dieser Überlegung ist auch: Unter Fachleuten wird recht kontrovers debattiert, dass Negativzinsen zur Konjunkturstimulierung in einer Welt ohne Bargeld besser durchsetzbar wären und wirken würden. Denn dann bestünde nicht mehr die Möglichkeit, sich den Negativzinsen durch die Flucht in Bargeld zu entziehen. Sollte Bargeld durch Krypto-Zentralbankgeld ersetzt werden, bestünde dieser Fluchtweg unter Umständen nicht mehr. Dies wäre aber stark abhängig von der konkreten Ausgestaltung des digitalen Zentralbankgeldes./bgf/jsl

https://www.maxblue.de/maerkte-analysen ... LOCKSIZE=7



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