Abgeltungssteuer

Alles, was nicht direkt mit rambus zu tun hat.

Abgeltungssteuer

Beitragvon lucky » 15.12.2007, 14:57

vlnet hat geschrieben:Hallo lucky,

ich hoffe ich kann deine Bedenken endgültig zerstreuen. Habe das BMF angemailt und folgende Antwort erhalten:

Sehr geehrter Herr .....,

vielen Dank für Ihre untenstehende Anfrage, deren Beantwortung ich übernommen habe.

Die Regelungen zur Abgeltungsteuer, die mit dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008 (BGBl I 2007, 1912) beschlossen worden sind, treten grundsätzlich ab dem 1. Januar 2009 in Kraft.

Demnach unterliegen alle bis zum 31. Dezember 2008 erworbenen Aktien/Investmentfondsanteile der Altregelung (Veräußerungsgewinne steuerfrei nach Ablauf der zwölfmonatigen Spekulationsfrist), alle Aktien/Investmentfondsanteile, die danach erworben werden, unterliegen der Neuregelung. Somit werden dann auch Gewinne aus der Veräußerung von Aktien/Investmentfondsanteilen - unabhängig von der Haltedauer - pauschal mit einem Steuersatz von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert.

Die von Ihnen aufgeführte Variante 1 gibt folglich das geltende Recht wieder.

Weitere Informationen können Sie einem Fragen-Antworten-Katalog entnehmen.

http://www.bundesfinanzministerium.de/l ... r/006.html

Außerdem finden Sie Ausführungen zu verschiedenen Anlagemöglichkeiten unter folgendem Link:

http://www.bundesfinanzministerium.de/c ... r/007.html

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
A. H.
________________________________
Referat Bürgerangelegenheiten
- Leitungsstab -
Bundesministerium der Finanzen

Wilhelmstraße 97
10117 Berlin
Tel: 03018 682-3300
Fax: 03018 682-3765
E-Mail: buergerreferat@bmf.bund.de
Internet: www.bundesfinanzministerium.de



Damit ist für mich die Frage geklärt, keine Eile bei der Aufstockung von Rambus-Aktien mehr gegeben.


Ich möchte ja nicht nerven aber für mich ist die Sache damit leider auch noch nicht wirklich vom Tisch. Grundsätzlich zählt das Gesetz und nicht das, was ein Ministerialbeamter schreibt.

Was, wenn der quasi den Auftrag hat sowas erstmal unters Volk zu bringen und dann am 1. Januar nächsten Jahres ("ätsche bätsch") seinen Brief korrigiert und bedauert hier eine leider nicht ganz korrekte Auskunft gegeben zu haben?

Der haftet jedenfalls nicht für entgangene Gewinne (bzw. Steuern) der Anleger, die ja am 1. Januar noch gar nichts angelegt haben. Ich persönlich traue diesem Staat und seinen Beamten jede Sauerei zu. Denn illegal ist es keinesfalls sich zu irren und dann zu korrigieren, bevor ein Schaden entstanden ist. Denn ein Schaden ist ja nur theoretisch entstanden. (Ätsche bätsch)

Also ich bleibe dabei, bevor ich vorhabe Anfang nächsten Jahres zu investieren, tue ich das noch dieses Jahr.

Andererseits, wenn sich tatsächlich der Megagewinn einstellen sollte und man merkt, dass man über 1/4 davon an den Staat abdrücken soll, was spricht dagegen eine Auszeit zu nehmen, das mit dem Kauf einer Eigentumswohnung in Übersee zu verbinden, dort zu leben und damit nicht steuerpflichtig in der BRD zu sein, wenn man sich entschliesst, Gewinne zu realisieren?

Man muss einfach nur flexibel bleiben. :mrgreen:

Für mich wäre das zumindest eine Option, die ich nutzen würde, bevor ich an diesen Staat das Geld abdrücke, wovon ich mir ausserhalb des Einflusbereichs Deutschlands eine Eigentumswohnung und obendrauf noch den Lebensunterhalt für ein oder zwei Jahre leisten kann. :idea:
Benutzeravatar
lucky
Administrator
 
Beiträge: 1606
Registriert: 14.12.2007, 16:01
Wohnort: Cali, Colombia

Beitragvon Ville » 21.12.2007, 07:23

Das wäre eine Riesensauerei. Denn normalerweise gilt in Deutschland das Prinzip der Rechtssicherheit. Es darf nicht plötzlich geltendes Recht uminterpretiert oder rückwärtig geändert werden.
Benutzeravatar
Ville
Administrator
 
Beiträge: 732
Registriert: 18.12.2007, 08:13

Beitragvon lucky » 26.12.2007, 09:45

Mit der Abgeltungssteuer verhält es sich nach meinen letzten Informationen doch so, wie der mehrheitliche Konsens war:

Bei allen Anlagen, die nächstes Jahr getätigt und länger als ein Jahr gehalten werden ist keine Abgeltungssteuer fällig.

Die Info habe ich von einem befreundeten Bänker, der mich auch vor Verabschiedung des Gesetzes kurz vorher darauf aufmerksam machte, dass Bestrebungen da sind, keine Übergangsregelung zu schaffen und den Stichtag mit Verabschiedung des Gesetzes einzuführen, was dann aber nicht geschah.

Diese Info hatte er direkt von Friedrich Merz. Insofern vertraue ich jetzt dieser Info, die sich ja auch mit der Erklärung des Ministeriums deckt, die vlnet eingeholt hatte.

Wir können also noch gut überlegen, wie unsere Depots umstrukturiert werden müssen, um möglichst lange diese Abgeltungssteuer zu umgehen.
Benutzeravatar
lucky
Administrator
 
Beiträge: 1606
Registriert: 14.12.2007, 16:01
Wohnort: Cali, Colombia

Beitragvon Jethor Tull » 26.12.2007, 15:52

Bei allen Anlagen, die nächstes Jahr getätigt und länger als ein Jahr gehalten werden ist keine Abgeltungssteuer fällig.


Richtig Lucky,

und ich habe es von einem hohen Beamten im Finanzamt Würzburg!

jethor
Jethor Tull
 
Beiträge: 121
Registriert: 14.12.2007, 18:22

Beitragvon 906870 » 09.01.2008, 13:59

Schildbürgerstreich

906 :D


09.01.2008
ABGELTUNGSTEUER
"Unhaltbarer Zustand"

Von Dietmar Palan
Aktionärsaktivist Ekkehard Wenger im Gespräch mit manager magazin über Steuern auf Kursgewinne und die drohende Massenflucht deutscher Anleger.

mm: Herr Wenger, Sie befürchten die größte Kapitalflucht seit 1945, weil Deutschlands Aktionäre ab 2009 sämtliche Kursgewinne versteuern müssen. Übertreiben Sie da nicht ein wenig?
Wenger: Ganz und gar nicht. Bei der sogenannten Abgeltungsteuer handelt es sich um eine Kriegserklärung gegen jeden, der Aktien im Depot hat. Ein wirklich vermögender Aktionär kann sich von den Steuern, die er in Deutschland zukünftig zahlen müsste, jedes Jahr eine neue Villa kaufen. Der bleibt nur hier, wenn er zumindest in steuerlicher Hinsicht masochistisch veranlagt ist.
mm: Moment - wir reden hier über ein Viertel der Kursgewinne, und das ist weniger als die Summen, die heute fällig werden, wenn Sie Aktien innerhalb eines Jahres verkaufen und die Gewinne mit dem Fiskus teilen müssen.

Wenger: Warum sich dieser Irrtum so hartnäckig hält, ist mir schleierhaft. Wegen des Halbeinkünfteverfahrens sind auch auf kurzfristig realisierte Kursgewinne derzeit weniger als 25 Prozent Steuern zu zahlen. Entscheidend ist aber, dass Kursgewinne bislang steuerfrei waren, wenn die Aktien länger als ein Jahr gehalten wurden. Wenn Sie also künftig Ihr Depot umschichten, Kursgewinne realisieren und darauf Steuern zahlen, dann sind die Summen, die Sie reinvestieren können, deutlich geringer als heute. Das Vermögen, das Sie künftig mit Aktien aufbauen können, wird deutlich geringer ausfallen als bislang.
mm: Nicht wenn man Fonds kauft. Fondsmanager müssen ihre Kursgewinne nicht versteuern. Erst wenn der Anleger verkauft, sind 25 Prozent auf die Gewinne fällig.

Wenger: Das ist eine massive Diskriminierung direkter Aktienengagements. Diese Begünstigung der Fondsbranche ist skandalös, und dagegen werde ich auch Verfassungsbeschwerde einlegen.
"Unhaltbarer Zustand" (2)

Von Dietmar Palan


mm: Die USA und Großbritannien besteuern Kursgewinne, ohne dass dabei der Aktienmarkt zusammenbrechen würde oder eine riesige Kapitalflucht eingesetzt hätte.
Wenger: Dafür sind in diesen Ländern die Freibeträge höher und die Steuersätze niedriger. Abgesehen davon werden aber die meisten Kursgewinne sowieso nicht versteuert, weil Privatanleger Aktien nur indirekt über Publikums- oder Pensionsfonds oder - bei reichen Familien - über Stiftungen halten. Hinzu kommt, dass man in Großbritannien auf Kursgewinne und Vermögenserträge überhaupt keine Steuer zahlt, wenn die Assets außerhalb Großbritanniens deponiert sind. Deshalb ist London als Wohnort für Reiche mit großen Aktienbeständen unschlagbar.
mm: Es mag ja sein, dass die Abgeltungsteuer den Aktienanteil des Vermögens stärker belastet, gleichzeitig müssen Zinserträge künftig nur noch pauschal mit 25 Prozent versteuert werden.
Wenger: Das hilft vielleicht den Armen, die ein paar Euro Zinsertrag versteuern müssen und ohnehin nicht abwandern können. Für einen reichen Privatanleger, bei dem Rentenpapiere vernünftigerweise höchstens eine Depotbeimischung sein sollten, ist das bedeutungslos. Auch die Vorstellung, dass in Rentenpapieren angelegtes Schwarzgeld aus dem Ausland nach Deutschland zurückfließt, ist pure Illusion. Inhaber von schwarzen Auslandsdepots werden allenfalls eines tun: Sie werden in ihren weißen Depots im Inland Umschichtungen zulasten von Aktien vornehmen und dafür in den schwarzen Depots im Ausland den Aktienanteil hochfahren. Das ist das Günstigste, was der Fiskus erwarten kann; wer ruhig schlafen will, wird sich komplett aus dem Staub machen. Dann fehlen der öffentlichen Hand auch die Steuern, die er bisher im Inland gezahlt hat.

http://www.manager-magazin.de/magazin/a ... 50,00.html
906870
 
Beiträge: 562
Registriert: 14.12.2007, 17:32

Beitragvon lucky » 09.01.2008, 18:48

906870 @ 09.01.2008, 13:59 hat geschrieben:Schildbürgerstreich

Ein wirklich vermögender Aktionär kann sich von den Steuern, die er in Deutschland zukünftig zahlen müsste, jedes Jahr eine neue Villa kaufen. Der bleibt nur hier, wenn er zumindest in steuerlicher Hinsicht masochistisch veranlagt ist.


So ähnlich sehe ich das auch. Auch wenn's nicht eine Villa jedes Jahr ist, es reicht schon wenn es alle 2 Jahre ein nagelneuer 911er ist.

Jeder der versucht sich hier ein bescheidenes Vermögen aufzubauen, bekommt definitiv alles wegbesteuert. Es macht nur Sinn, solange man noch auf die eigene Arbeit angewiesen ist.

Hat das Vermögen die "kritische Masse" überschritten, macht es wirklich keinen Sinn mehr hier zu leben.

Für mich ist die "kritische Masse" ab $1,5 Mio erreicht, evtl. auch schon etwas früher.
Benutzeravatar
lucky
Administrator
 
Beiträge: 1606
Registriert: 14.12.2007, 16:01
Wohnort: Cali, Colombia

Re: Abgeltungssteuer

Beitragvon Tossr » 09.03.2011, 15:56

Hallo zusammen! Nun die Abgeltungssteuer is doc hso gekommen wie befürchtet, will das Thema mal wieder in Gang setzen, weil ich gerade einene interessanten KOmmentar gesehen hab, als ich meine Aktien geprüft hab: http://www.finanznachrichten.de/nachric ... 11-015.htm Was haltet ihr davon? Hat FT recht?
Titel
http://www.zertifikateboard.de/
Gruß Manuel
Tossr
 
Beiträge: 1
Registriert: 09.03.2011, 15:36


Zurück zu Off Topic

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste




Disclaimer:
Diese Website steht in keiner Beziehung zu Rambus Inc. Alle verwendeten Markennamen sind Eigentum der jeweiligen Firmen. Rambus.info hat keinerlei kommerziellen Interessen und stellt nur eine Plattform zur Verfügung um sich über Rambus auszutauschen. Die hier angeboteten Informationen erheben weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Richtigkeit. Die im Forum geäußerten Meinungen sind die Meinungen der jeweiligen Verfasser und stellen keine Aufforderung dar in Rambus zu investieren. Rambus, RDRAM, RaSer, XDR, FlexPhase, FlexIO, RIMM, SO-RIMM, und das Rambus logo sind Schutzmarken oder registrierte Warenzeichen von Rambus Inc. in den USA und anderen Ländern. Rambus und andere Parteien können Warenzeichenrechte auch an anderen Bezeichnungen haben, die hier verwendet werden.